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0511 - 979 1999

Klassische Homöopathie

 

 

Was ist klassische Homöopathie?

 

Die Homöopathie ist eine Heilmethode, die auf das sog. Ähnlichkeitsprinzip gegründet ist. Ihr Name ist aus den griechischen Wörtern „homoion“ (=ähnlich) und „pathos“ (= Leiden) zusammengesetzt. Ihr Entdecker ist der deutsche Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (geb. 1755 in Meißen, gest. 1843 in Paris).

Durch langjähriges Experimentieren und exaktes Beobachten hatte er zwei für das Heilen ungeheuer wichtige Tatsachen festgestellt:

 

1. Die Arzneimittelbilder

 

Wenn man gesunden Menschen bestimmte Naturstoffe in kleinsten Dosierungen regelmäßig eingab, erzeugten sie Krankheitserscheinungen, die für den eingenommenen Stoff typisch waren. Viele Menschen haben an sich selbst schon ähnliche Beobachtungen gemacht, ohne wahrscheinlich weiter darüber nachzudenken: Der Kaffee erzeugt Herzklopfen und Schlaflosigkeit, die Zwiebel ruft beim Schneiden Augentränen und Schnupfen hervor usw. Auch von den Giften ist bekannt, daß jedes von ihnen ein bestimmtes, von den anderen abweichendes Vergiftungsbild erzeugt – der mit der Tollkirsche Vergiftete bekommt andere Symptome, als der mit Arsen oder dem Fliegenpilz vergiftete Mensch. Hahnemann führte im Jahre 1790 einen Selbstversuch mit der Chinarinde durch, die man seinerzeit zur Behandlung der Malaria verwendete: Nach der Einnahme kleinster Mengen von Chinarindenpulver wurde er krank und bekam Symptome die der Malaria ähnelten. Nachdem er die Einnahme unterbrochen hatte verschwanden die Krankheitszeichen wieder vollständig. Nach dieser Entdeckung begann er damit, diese Erscheinungen wissenschaftlich zu untersuchen und sammelte eine Gruppe von Freiwilligen mit denen er über Jahre hinweg viele Arzneistoffe und deren Wirkung prüfte und genauestens notierte. So entstanden die Arzneimittelbilder, die darüber Aufschluß geben, welche Wirkungen ein bestimmter Stoff auf den menschlichen Organismus hat.

 

2. Das Ähnlichkeitsprinzip

 

In weiteren langjährigen Experimenten stellt er fest, daß nur derjenige Arzneistoff in der Lage ist, einen kranken Menschen zu heilen, dessen Arzneimittelbild dem Symptomenbild des Kranken ähnlich ist. Das bedeutet, daß ein bestimmter Kopfschmerz nur durch einen Arzneistoff geheilt werden kann, der in der Lage ist, bei einem Gesunden Kopfschmerz hervorzurufen, oder daß ein wäßriger Schnupfen nur von einem Mittel gebessert werden kann, das genau solch einen Schnupfen - und nicht etwa einen dicken schleimigen - hervorruft. Hahnemann formulierte es so: „ Wähle um sanft, schnell, gewiß und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) für sich erregen kann als sie heilen soll!“ Mit diesem Satz faßte Hahnemann die Grundprinzipien der von ihm entdeckten Heilmethode zusammen. In der Sprache der Gelehrten seiner Zeit hieß das: „Similia similibus curentur.“ = „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.“

 

Fallaufnahme und Fallbearbeitung:

 

Die Aufgabe des Homöopathen besteht darin, für seinen Patienten das „Simile“ (=Ähnliches) oder gar ein „Simillimum“ (=das Ähnlichste) zu finden. Dafür benötigt man die genaue und bis ins kleinste Detail gehende Beschreibung der Symptome und Zeichen des Patienten (möglichst einschließlich aller ärztlicher Vorbefunde). In vielen Fällen chronischer Erkrankungen ist es sogar nötig, daß der Patient einen „homöopathischen Fragebogen“ genauestens ausfüllt, wobei auch die Krankheiten früherer Zeiten und sogar die der Vorfahren nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Diese nur der Homöopathie eigene gründliche Art der Fallaufnahme ist deshalb absolut nötig, damit sich der Behandler einen detaillierten Überblick über alle krankhaften Vorgänge im Leben des Patienten verschaffen kann. Die Patienten werden gebeten, diese Arbeit mit allen Kräften zu unterstützen und keinesfalls irgend etwas zu verschweigen, selbst wenn es für sie lächerlich, peinlich oder unwichtig zu sein scheint. Deshalb muß es keinen wundern, wenn das erst Gespräch einer homöopathischen Fallerhebung einmal mehrere Stunden dauert. Aus der so gefundenen Gesamtsymptomatik muß der Homöopath dann die wichtigsten Symptome heraussuchen, damit er den „Inbegriff der Krankheit“ – wie Hahnemann es nannte – erfassen kann, um dann eine einzige für den Patienten passende und damit heilende Arznei auszuwählen. In manchen langwierigen Fällen chronischer Erkrankung ist die Arzneimittelfindung eine äußerst schwierige Aufgabe – eine wirkliche Heil-„Kunst“. Dazu bedarf es Zeit und Konzentration, damit der Homöopath den Fall, und manche Arzneimittelbilder und –lehren in Ruhe miteinander vergleichen kann.

 

Das Wesen von Gesundheit und Krankheit:

 

Hahnemann fand in seinen Forschungen heraus, daß die örtlichen Krankheitserscheinungen, die „Symptome und Zeichen“, gar nicht die Krankheit selbst sind, sonder nur ihr nach außen sicht- und fühlbarer Ausdruck. In Wirklichkeit ist eine im Inneren des Menschen wirksame ordnende Kraft gestört worden, was den Menschen krank macht. Hahnemann nannte sie „Dynamis“ - die Lebenskraft, die nichts Materielles, sondern „dynamisch, energetisch, geistartig“ ist. (Sie ist etwa dem elektrischen Strom vergleichbar, der ja seinerseits nicht sichtbar ist, aber dennoch eine fühlbare Kraft darstellt.) Diese Lebenskraft gibt unserem materiellen Organismus überhaupt erst das Leben, sie erhält und steuert alle Lebensvorgänge und „sagt“ gewissermaßen erst allen Bausteinen, was Sie zu tun haben. So bringt diese Kraft Ordnung und Harmonie in unseren Körper. Wenn nun irgendwo Krankheitszeichen auftreten, dann ist das ein Zeichen dafür, daß diese Lebenskraft aus der Harmonie geraten ist. Erst unter diesen Bedingungen ist das Auftreten von Bakterien oder Viren möglich, die dann in der Schulmedizin als Krankheitsauslöser gewertet werden. Der Homöopath weiß, daß ihre Anwesenheit Folge der verstimmten Lebenskraft und nicht Krankheitsursache ist. Die Aufgabe eines echten Heilers kann also nur darin bestehen, durch geeignete Mittel wieder Ordnung und Harmonie in der Lebenskraft herzustellen. Hier ist der einzig richtige Ansatz um Heilung zu bewerkstelligen. Ist das richtige Mittel gefunden, werden alle Krankheitszeichen schnell und restlos verschwinden (auch die sog. Krankheitserreger!).

 

Konsequenzen:

 

1. Das Gesamtbild ist wichtig:

Wenn ein Patient irgendeine örtliche Erkrankung hat ,(z.B. ein Magengeschwür, eine Mandel- oder Blasenentzündung, Migräne, usw.) dann weiß der Homöopath, daß dies nur äußere Zeichen einer Störung der Lebenskraft sind. Da eine solche Störung sich aber auch noch gleichzeitig in ganz anderen Bereichen des Organismus ausdrücken kann, sucht er solche Zeichen am ganzen Menschen (einschließlich seines Gemüts) zu entdecken. Nur wenn er alle Zeichen und Symptome erfassen kann, wird er wird er das heilende Mittel finden. Klassische Homöopathie ist „Ganzheitsmedizin“.

 

2. Heilen durch Information:

Da die Lebenskraft nichts Materielles ist, sondern etwas Energetisches, Dynamisches, muß auch die Arznei die sie wieder harmonisieren soll, nicht materiell sein.

 

Hahnemann, hat ein Verfahren entwickelt, durch das die Arzneien gewissermaßen entmaterialisert werden und doch ihre Wirksamkeit behalten, ja in dieser sogar noch gesteigert werden. Dabei wird der Ausgangsstoff stufenweise verdünnt (mit Alkohol oder Milchzucker als Trägersubstanz) und nach jeder Verdünnungsstufe kräftig verschüttelt oder verrieben. Diesen Vorgang nennt man Potenzierung (mächtig machen). Nicht selten erreicht die „Verdünnung“, der Ausgangssubstanzen einen sehr hohen Grad, so daß davon chemisch nichts mehr nachweisbar ist. Dennoch geht die Heilinformation absolut nicht verloren, im Gegenteil: viele Stoffe gewinnen dabei erst ihre tiefgehende heilende Kraft (z.B. Kochsalz, Eisen, Kupfer) andere verlieren dabei zusätzlich ihre Giftigkeit (z.B. Arsen, Tollkirsche und Schlangengift).

Manche spotten über diese Eigenart homöopathischer Arzneien, in denen „ja nichts mehr drin ist“. Solche Spötter verraten dadurch allerdings, daß sie sich nicht auf der Höhe der Zeit befinden, denn heute spricht man so viel über „Information“, die so immens wichtig ist. Niemand wird bestreiten, daß Information enorme Wirkungen haben kann - man bedenke, daß unsere Wissenschaftler heutzutage sogar in der Lage sind, mit Funksignalen tonnenschwere Weltraumstationen in vielen tausend Kilometern Entfernung zu steuern. Dabei kommt es freilich ganz genau darauf an daß es sich um das richtige Signal handelt, denn sonst läßt sich nichts bewirken. Auch in der Homöopathie kommt es darauf an, daß das richtige Mittel gegeben wird, anderenfalls bleibt die Heilung aus.

 

Heilreaktionen:

 

Trotz ihrer „Harmlosigkeit“ lösen homöopathische Medikamente manchmal erhebliche Reaktionen aus. Diese sind ein günstiges Zeichen, das die richtige Mittelwahl, die Reaktionsbereitschaft des Patienten und den Fortgang der Heilung signalisiert. Die Patienten werden gebeten, diese Reaktionen möglichst schriftlich festzuhalten, da sie für die Beurteilung des Verlaufs der Kur außerordentlich wichtig sind. Schließlich gilt es, zu bewerten, in welchem Umfang das verabreichte Mittel den Heilungsprozeß eingeleitet hat und ob noch ein Weiteres nötig ist.

 

Wem kann man mit einer homöopathischen Behandlung helfen?

 

Für eine homöopathische Behandlung eignen sich sowohl akut als auch chronisch erkrankte Personen. Die Homöopathie kann helfen soweit die kranken Gewebe noch zu regenerieren sind. Kein Verständiger wird noch eine vollständige Heilung erwarten, wenn erst einmal Zerstörungen wichtiger Gewebe und Organe vorliegen, obwohl selbst dann noch gewisse Teilerfolge erzielt werden können.

Man könnte für die Homöopathie den gleichen Leitsatz anwenden, den einst Prof. Herget für die Akupunktur prägte: „Sie heilt was gestört ist, und heilt nicht, was zerstört ist.“

 

 

  

 

 

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